WIR[K]ZEIT Allgemein

Was bisher geschah

Valentine Reimer
6. Januar 2021
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp

Das Langersehnte findet man oft, wenn man gerade nicht danach sucht. So ist auch WIR[K]ZEIT nicht aus der Absicht, ein Unternehmen zu gründen, entstanden. Vielmehr führten viele scheinbar zufällige, ineinandergreifende Ereignisse zu dem Ergebnis. Oft staunten wir: „Ach, dafür war es gut! So passt es zusammen!“ – wie bei Puzzlesteinchen, die plötzlich ein Bild erkennen lassen.

Wir: Carolin Schäfer, Gitte Gesella und ich (Valentine Reimer). Aus unterschiedlichen Richtungen kommend, mit verschiedenen Erfahrungen und Kompetenzen, kreuzten sich unsere Wege über den Beruf. Für einen potentiellen gemeinsamen Geschäftspartner wollten wir ein Produkt ausarbeiten. Es ging um einen Leitfaden zur Konzeption von Großevents. Dafür brachten wir die genau passenden Bestandteile zusammen.
Auf der Suche nach einem imaginären Beispielkunden merkten wir, dass wir immer wieder eigene Herzensthemen ansprachen. So unterschiedlich wir auch waren, bewegten uns doch die gleichen Probleme in unserer Gesellschaft. Irgendwann hieß es: „Warum machen wir nicht einen eigenen Kongress? Einen Kongress, bei dem ungewöhnliche neue Wege und lebenswerte neue Zukunftsbilder gezeigt werden.“ 

„Die Angst vor einer Zukunft, die wir fürchten, können wir nur überwinden
durch Bilder einer Zukunft, die wir leben wollen“
(W.E. Barkhoff)

„Inspirations 4 Change“ war geboren und eine GbR mit dem Namen WIR[K]ZEIT zur Realisierung der Pläne wurde gegründet.

Die Ideen sprudelten. Exzellente Referenten zu verschiedenen aktuellen Gesellschaftsthemen waren von unserem Konzept überzeugt. Die Lokation war gewählt. Die Musik für das Intro stand fest. Ein Weltrekord war in Planung und der fulminante Abschluss, der dem Ganzen eine schmetterlingsgleiche Leichtigkeit und Lebensfreude verleihen würde, war erfunden. Die ersten Tickets und Stände für den Ausstellungsbereich waren verkauft. Dann hieß es: „Corona hat Deutschland erreicht“.
Damit waren alle Pläne und Vorbereitungen obsolet. Was nun…?!

Nun standen erstmal andere Themen im Vordergrund. Carolin engagierte sich mit „SoliNa“ stark für die Unterstützung alter und bedürftiger Menschen in der Nachbarschaft. Gitte hatte mit ihrem Beruf im seelsorgerischen Bereich viel zu tun. Und für WIR[K]ZEIT hieß es, zunächst alle finanziellen Verbindlichkeiten klären, Termine verschieben, neu planen. 

Das „neu planen“ durften wir mehrfach wiederholen: neues Datum, kleinerer Rahmen, Verzicht auf externe Dienstleistungen, Suche nach Sponsoren, wieder neues Datum, neues Format – eine Achterbahn. Es wurde klar, dass der Zustand sich nicht so bald ändert. So stellte sich die Frage: „Wie können wir JETZT, in der Krise, unserem WIR[K]ZEIT-Motto getreu agieren? Was ist jetzt SINNVOLL?

Wirtschaftlich ging es uns wie vielen Start-ups und Solo-Selbstständigen der Event-Branche. Als einzigen geeigneten Lösungsansatz in der Krisensituation sahen wir das bedingungslose Grundeinkommen. Bereits 2017 zur Bundestagswahl hatte ich mich aktiv für das Thema eingesetzt. Ich war sogar die Spitzenkandidatin für das Bündnis Grundeinkommen im Land Hessen – und das, obwohl ich eigentlich nie in die Politik wollte. Mich dafür zu engagieren, sah ich als meine Bürgerpflicht. Denn gerade mit einem naturwissenschaftlichen Hintergrund und viel Erfahrung in der Forschung erkennt man schnell, dass das Grundeinkommen ein konstruktiver Weg und eine Notwendigkeit ist, mit dem unaufhaltsamen technologischen Fortschritt zu leben und die Menschlichkeit zu bewahren.    

Die Freude war groß, als ich dann über die Petition für das Bedingungslose Grundeinkommen von Susanne Wiest las. Innerhalb weniger Tage nach dem Einreichen zeichnete sich ab: das wird die größte Online Petition der Geschichte an den Bundestag.  
Susanne kannte ich bereits seit 2017 und schätzte sie sehr für ihre Kompetenz, ihre Beharrlichkeit und ihre menschliche Art. Deswegen war schnell entschieden, dass wir sie und ihre Organisation „Mensch in Germany“ unterstützen möchten. Das war SINNVOLL.

Daraus wurde eine enge Zusammenarbeit mit „Mensch in Germany“ und FRIBIS (Freiburg Institute for Basic Income Studies) sowie unser Event „SinnVoll – Für Dich, für mich, für ein neues WIR“ am 31. Oktober 2020 mit Susanne Wiest, Enno Schmidt und Prof. Dr. Gerald Hüther

Prof. Dr. Gerald Hüther stand von Anfang an, seit „Inspirations 4 Change“, an unserer Seite. Seine Impulse brachten uns stets weiter. Er war auch derjenige, der uns den Anstupser gab, die uns so wichtigen Kongress-Pläne für den Moment aufzugeben und nach einem neuen Format zu schauen. Zu seinem neuen Buch „Wege aus der Angst“ schrieb er uns, dass er in einem Kapitel auch über unser Anliegen geschrieben hat. Ihm auf diese Art auch etwas zu geben, hat uns sehr gefreut. Als Mitglied seiner „Akademie für Potentialentfaltung“ wird es für WIR[K]ZEIT sicherlich weitere Berührungspunkte geben.

2020 war für uns ein sehr anspruchsvolles Jahr. Es hat uns gefordert, aber auch gefördert. Wir waren sehr kreativ und flexibel, haben viel gelernt. Bei all dem, was wir bewegen konnten, war viel Ehrenamt dabei. So endete das Jahr für uns auch mit vielen offenen Fragen und völlig aufgebrauchten Kraftreserven. Wir durften uns genau anschauen, wie es mit den gegebenen Rahmenbedingungen vernünftig weitergehen kann.
Es war klar, dass wir Drei weiterhin etwas gemeinsam gestalten möchten. Und es war auch offensichtlich, dass diese Pläne in der Pandemie-Zeit nicht zu realisieren sind. Wir waren uns auch einig, dass wir zunächst unsere Akkus aufladen dürfen. So beschlossen wir, dass wir jede für sich die eigenen Herzensthemen angehen, um danach mit neuer Augenhöhe wieder zusammen zu wirken.
Auf unserem gemeinsamen Weg ist in jeder von uns etwas geweckt worden, das wir jetzt tiefer erkunden wollen.

Durch die stärkere inhaltliche Verbundenheit mit dem Konzept und mit der Event-Reihe bin ich nun die alleinige Trägerin der WIR[K]ZEIT-Fahne.
Ich freue mich über die neue Zusammenarbeit und auf die zukünftigen gemeinsamen Projekte mit Carolin und Gitte. Über ihre Aktivitäten werden sicherlich auch hier im Blog Gastbeiträge kommen!

Etwas Neues entsteht – für jede und gemeinsam.