WIR[K]ZEIT Allgemein

Die neue Farbe

Valentine Reimer
19. Januar 2021
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Etwas Neues entsteht. Eigentlich ist es nicht ganz neu. Die Wurzeln und das Anliegen sind geblieben:
Gemeinsam mit Freunden und für alle etwas Gutes zu bewirken: für Menschen, für Tiere, für die Natur, für das Leben.

Trotzdem wird WIR[K]ZEIT nun etwas stärker die Farbe meiner Seele annehmen. Deswegen ist es vielleicht angebracht, mich Dir etwas näher vorzustellen.

Bereits als Grundschulkind beschloss ich, Chemikerin zu werden. Die Tatsache, dass die Natur aus den wenigen Bausteinchen, die auf ein einziges Blatt Papier (PSE) passen, alles in der Welt aufbaut, faszinierte mich. Mir war klar: „Da muss ein Wunder dahinterstecken!“. Diesem Wunder wollte ich unbedingt auf den Grund gehen. So wurde aus dem kleinen Mädchen vom winzigen deutschen Dorf im tiefsten Russland mit 17 eine Studentin der renommiertesten Universität des Landes.

Studium, zwischendurch die Auswanderung nach Deutschland, Diplom, Promotion und gleich ein Job im größten Chemiekonzern der Welt.
Scheinbar alles geschafft…

Irgendwann musste ich jedoch feststellen, dass wir Menschen zwar unglaublich viel Know-how aufgebaut haben, aber das „Wofür“ bei der leistungsorientierten Wissenssuche etwas aus dem Blick verloren haben. Schmerzlich wurde mir bewusst, dass das nicht der Weg war, auf dem ich das Wunder finden würde.

Ich beendete meine Karriere.

So stand ich da, ohne Plan. Unendlich viele Stunden analysierte ich das Erlebte mit dem Wunsch zu verstehen, warum wir Menschen das tun, was wir tun. Jeder wünscht sich ein würdevolles Leben in Freiheit und Frieden. Und dann sind wir bereit, für etwas mehr Umsatz selbst ein Menschenleben aufs Spiel zu setzen. Welche Nachkommastelle im Aktienkurs bewegen wir in dem Moment?
Es gibt keine guten oder bösen Unternehmen. Es sind immer einzelne Menschen, die einzelne Entscheidungen treffen, welche aufsummiert ein Bild ergeben. Es sind immer ich und Du und unser Kollege, Freund. Wir alle haben verschiedene Ängste und machen dann Dinge, die wir später so vielleicht nicht wiederholen würden. Das ist menschlich.

Ich grübelte viel, sah aber keinen Ausweg. Nur eine endlos tiefe Ohnmacht klaffte empor. Ich zog mich aus dem bisherigen Leben immer mehr zurück, wollte nicht auf die Vergangenheit angesprochen werden, wollte nichts erklären müssen. Ich wollte nur alles vergessen – Tür zu, sodass mich keiner sieht.

Doch irgendwann bei einem Spaziergang durch den Wald spürte ich wieder das kleine Mädchen mit dem Periodensystem in mir: „Das Leben ist schön!“. Alles um mich herum blühte und strahlte Leichtigkeit und Freude aus.

Es ist genug in unserer Gesellschaft auf Probleme und Missstände hingewiesen worden. Durch die umfangreichen Medien wissen wir alle, was schief läuft. Es ist genug geklagt und es ist auch genug gekämpft worden. Wir haben ausreichendes Wissen, starke technologische Tools und den nötigen persönlichen Freiraum, konstruktiv eine lebenswerte Zukunft zu gestalten. Es gibt bereits so viele wunderbare Ideen und Impulse in unserer Gesellschaft, die gesehen werden wollen. Das Leben ist schön und es reicht, das Schöne zu stärken.

So beschloss ich, mein Versteck wieder zu verlassen und neu zu starten.
Mit WIR[K]ZEIT hat sich ein Weg aufgetan, mein Wissen und meine Fähigkeiten neu einzubringen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich möchte Menschen verbinden und mit ihnen zusammen Bilder einer lebenswerten Zukunft kreieren. Ich möchte Andere und mich selbst immer wieder ermutigen, dem leisen „Wofür“ mehr Raum zu geben.

Von Herzen,
Valentine